Zwangsräumung - Obdachlos – Tot

Gedenken an Jürgen »Bauer« Niemann:

7. März, 17 Uhr, Mahnwache vor der Wohnung, die ihm entrissen wurde (Kötnerholzweg/Ecke Limmerstraße),

Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und gemeinsame Kämpfe ab zirka 18 Uhr in der Fröbelstraße 5

jürgen niemann

Zum Nachruf: http://www.lindenspiegel.co.uk/archiv/lindenspiegel.pdf siehe Seiten 2 und 4

 „Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stecken, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit schinden, einem zum Selbstmord treiben, eine in den Krieg führen u.s.w.. Nur weniges ist in unserem Staat verboten.“  (- B.B. Me-Ti. Buch der Wendungen)

… oder einen aus der Wohnung werfen. Jährlich finden in Hannover einige hundert Zwangsräumungen statt. Nur selten sind die Folgen der Repression des Staates im Interesse des privaten Eigentums an Produktionsmitteln wie Immobilien so gravierend und werden so deutlich wie hier.

Weil wir auch in diesem Lande leben „[...] unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (– Anatole France: Le lys rouge, 1894; dt. Die rote Lilie, München 1925, S. 116).

Immer wieder gibt es Prozesse aufgrund von Widerstandsaktionen gegen Zwangsräumungen, über die wir berichten und bei denen wir die Betroffenen zu unterstützen versuchen. Denn:

„Die Zwangsräumungen finden in der Regel still und leise statt und werden von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Dabei ist es nicht die „Schuld“ der Mieter*innen, dass sie ihre Wohnungen verlieren. Oft sind der Verlust des Arbeitsplatzes oder prekäre Jobs mit zu niedrigem Einkommen die Auslöser. Ursache ist jedoch eine Politik, die das Gewinnstreben von Immobilienunternehmen über das Grundrecht auf eine angemessene Wohnung stellt.“

Und:

„Es gibt leider viele Fälle, in denen sich Mieter_innen vor oder nach ihrer Zwangsräumung das Leben genommen haben. Aber in Deutschland wird Eigentum groß geschrieben und beispielsweise hat der Bundesgerichtshof 2005 entschieden, dass Suizidgefährdung kein Grund ist, eine Zwangsräumung auszusetzen. Immer wieder werden Hundertschaften der Polizei mobilisiert, um Mieter_innen gewaltvoll aus ihrer eigenen Wohnung zu verdrängen. Dass Polizist_innen im Rahmen von Protesten gegen Zwangsräumungen und Anderes in beliebige Situationen “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte” reininterpretieren und gleichzeitig vor Gericht meistens als glaubwürdigste Zeug_innen empfunden werden, ist ja nichts Neues.“

Siehe dazu auch:

https://rotehilfehannover.systemausfall.org/de/node/92

https://rotehilfehannover.systemausfall.org/de/node/78

https://rotehilfehannover.systemausfall.org/de/node/75

https://rotehilfehannover.systemausfall.org/de/node/60