Antisexistisches Engagement gegen einen übergriffigen Lehrenden - Spendenaufruf

f1    Spendenaufruf

    Wegen ihres antisexistischen Engagements gegen einen übergriffigen Lehrenden wurde eine Genossin    zu hohen Strafzahlungen verurteilt, die wir als Rote Hilfe auf Grund der bestehenden Beschlusslage zur    Unterstützung von Unterlassungsklagen im Bereich des Zivilrechts finanziell nicht unterstützen können.

    Wir verstehen diese Unterlassungsklagen und Entschädigungsgelder aber eindeutig als Repression gegen feministische Kämpfe, um Betroffene mundtot zu machen und rufen euch daher dazu auf, Kohle für sie zu spenden.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Hintergrund:
f2Die Betroffene beschwerte sich beim Gleichstellungsbüro ihrer Universität über einen ihr gegenüber übergriffigen Lehrenden. Das eingeschaltete Büro ergriff jedoch keine Konsequenzen gegen den Täter und drohte stattdessen ihr und weiteren Betroffenen mit Konsequenzen,
sollten die Vorfälle öffentlich werden. Als Reaktion machte die Betroffene das Verhalten der Universität öffentlich und willigte zu einem Gespräch mit der FAZ ein, die über die Vorfälle berichtete. Daraufhin erhielt sie vom Anwalt des übergriffigen Lehrenden eine Aufforderung eine Erklärung zu unterschreiben, dass sie es in Zukunft unterlassen würde von den Vorfällen zu sprechen. Es kam für die Betroffene nicht in Frage zu unterschreiben und Stillschweigen zu
bewahren. In Absprache mit ihrer Anwältin erstattete sie Anzeige wegen sexueller Belästigung. Diese Anzeige war u.a. notwendig, um gegen die Unterlassungsaufforderung vorgehen zu können. Da sie die Aufforderung nicht unterzeichnete, folgte eine Klage des Täters, um sie dazu zu zwingen. Gegenstand dieser Verhandlungen waren die Aussagen, die die Betroffene gegenüber der FAZ tätigte. Der Täter gewann den Prozess und die Betroffene darf über Teile der Vorfälle nicht sprechen, da sie die Taten nicht beweisen konnte – was für sexualisierte Gewalttaten typisch ist.
In der Folge hat der Täter in einer kombinierten, zweiten Klage 7500€ Entschädigung gefordert und zusätzlich weitere Unterlassungsansprüche geltend gemacht. Dieser zweite Prozess ist mit einem Vergleich geendet, durch den die geforderte Summe deutlich gesenkt werden konnte.

Öffentlichkeitsarbeit und Erfolge:
Die Genossin hat vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit geleistet (sowohl innerhalb der linken Szene als auch über regionale und überregionale Presse) und auch Möglichkeiten zur Finanzierung der Kosten
organisiert. Sie hat die Vorfälle, den Umgang des Gleichstellungsbüros und die juristische Auseinandersetzung unter anderem in der FAZ thematisiert. Weitere Medien berichteten in der Folge darüber. Überdies organisierte sie eine Kundgebung mit mehreren hundert Personen mit. Als Reaktion auf diese Proteste und die Berichterstattung hat die Universität eine Antidiskriminierungsrichtlinie verfasst, an der nun auch explizit studentische Vertreter*innen mitarbeiten durften, und in der festgehalten wurde, dass die Antidiskriminierungsberatungsstelle der Universität unabhängig und parteiisch im Sinne der Betroffenen ist. Des weiteren fand sich eine Gruppe von Personen, die eine Unterstützungsgruppe gegründet und auch den Prozess solidarisch begleitet hat. Aus diesen Zusammenhängen ist eine neue Gruppe hervorgegangen, die explizit Betroffene sexualisierter Gewalt bei Gerichtsprozessen unterstützen möchte.


 

Bitte unterstützt die Genossin – spendet für die Kosten, die die ganze Scheiße verursacht hat!

Rote Hilfe e.V. – Ortsgruppe Frankfurt
IBAN: DE24 4306 0967 4007 2383 90
BIC: GENODEM1GLS
Spendenstichwort: Feministische Betätigung

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Für mehr Infos: Zeitungsartikel zu den Vorfällen, der Demonstration und dem Umgang der Universität

https://de.wikinews.org/wiki/Dozent_der_J._W._Goethe-Universit%C3%A4t_bel%C3%A4stigt_Studentin_sexuell

https://www.deutschlandfunk.de/sexismus-an-der-uni-asta-frankfurt-macht-mobil.680.de.html?dram:article_id=408506

https://www.fnp.de/frankfurt/jede-fuenfte-studentin-wird-belaestigt-10422166.html

https://www.fr.de/frankfurt/studierende-protestieren-gegen-sexismus-11008528.html

https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Campus-5/AStA-plant-Kundgebung-auf-dem-Campus-Sexismus-gehoert-zum-Alltag-an-der-Goethe-Uni-31097.html

https://asta-frankfurt.de/aktuelles/sexismus-uni-studierende-fordern-konsequenzen-nach-belaestigung
https://asta-frankfurt.de/termine/kundgebung-gegen-sexismus-goethe-uni

https://asta-frankfurt.de/aktuelles/forderungen-gegen-sexismus-goethe-universiaet

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/goethe-uni-frankfurt-wehrt-sich-gegen-vorwuerfe-15373798.html

https://www.fnp.de/frankfurt/frankfurt-wehrt-sich-gegen-vorwurf-einer-studentin-10422753.html

 

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Mehr zum Thema:

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland (bff) schreibt u.a.:

„Sexualisierte Gewalt

Merkmale und Tatsachen

Sexualisierte Gewalt hat viele Formen. Dazu gehören Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch. Sexualisierte Gewalt wird auch in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen ausgeübt.

Laut einer deutschlandweiten Repräsentativstudie erlebt jede 7. Frau in Deutschland im Lauf ihres Lebens strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt. 60% aller Frauen in Deutschland haben sexuelle Belästigung erlebt. Jährlich werden der Polizei 11.000 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern bekannt. Die Dunkelziffer im Bereich sexualisierter Gewalt ist hoch.

Das Motiv für sexualisierte Gewalt ist nicht Sexualität, sondern Macht. Wir sprechen deshalb von sexualisierter Gewalt. Sexualität wird funktionalisiert, um Frauen und Kinder zu demütigen, sie zu erniedrigen und zu unterdrücken, mit dem Ziel, sich selbst als mächtig zu erleben.

… … … „

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EU-Studie zu sexueller Gewalt: Die alltägliche Gewalt gegen Frauen

Neue Studie: "Gewalt gegen Frauen passiert täglich und in allen Kontexten"

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte befragte 2012 rund 42 000 Frauen aus 28 EU-Ländern zu ihren Gewalterfahrungen.

  • Jede dritte Frau gab an, seit ihrem 15. Lebensjahr Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden zu sein, jede 20. wurde schon einmal vergewaltigt.
  • 22 Prozent der Befragten beklagen körperliche Gewalt in der Partnerschaft, 43 Prozent erlitten schon einmal psychische Gewalt.
  • Zwei Drittel der Betroffenen meldete schwer wiegende Gewaltvorfälle in der Partnerschaft nicht der Polizei.
  • 55 Prozent der Frauen wurden schon einmal sexuell belästigt, oft von Kollegen und Vorgesetzten.   
  • ..   ...   ...

 

Hier noch ein paar Stellen in Hannover, an die sich Betroffene, Angehörige, Freund_innen wenden können:

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Frauennotruf Hannover [ 0511 - 33 21 12 ]:   „Sie haben sexuelle Gewalt erlebt und suchen Unterstützung?
Sie kennen jemanden, die vergewaltigt, missbraucht oder sexuell genötigt wurde und suchen Hilfe?
Sie möchten Informationen über Ausmaß, Folgen und Ursachen von sexueller Gewalt haben?“

Violetta [ 0511 - 85 55 54 ]:  „Violetta ist eine Fachberatungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen.

mannigfaltig: „Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit für Fragen der Jungensozialisation, Gewalt(-prävention), zum Mann-Sein im Geschlechterverhältnis, Genderperspektiven… „

Vom bff siehe auch den Flyer: „An ihrer Seite“  (siehe auch den Anhang dieser Seite)„Der Flyer wendet sich explizit an Unterstützungspersonen von Betroffenen sexualisierter Gewalt. Erste Informationen und Handlungsorientierungen sollen dazu ermutigen, sich an die Seite der Betroffenen zu stellen, dazu beitragen, Unsicherheiten in der Unterstützung abzubauen, und den Weg in das professionelle  Unterstützungssystem zu ebnen. Der Flyer informiert über die folgenden Themen: Was ist sexualisierte Gewalt? Welche Folgen kann das Erleben sexualisierter Gewalt für die betroffene Frau haben? Was kann ein/e Unterstützer/in tun? Was sagt das Gesetz und wie finde ich eine Fachberatungsstelle in der Nähe?“

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